Morgenstund und Goldmund

Wenn ich an einen morgendlichen Mund denke, dann ist mein erster Gedanke: ZÄHNEPUTZEN, aber sofort!

Zugegeben, ich bin damit etwas eigen. Ich würde zum Beispiel niemals Zahnbürsten länger als 3 Wochen benutzen. Ich mag es einfach nicht. Vom Zahbürsten-Tausch ganz zu schweigen. Ich habe einmal versehentlich die Zahnbürste einer Freundin verwendet und hätte mich nachträglich fast übergeben – ja ich übertreibe etwas, was diese Thematik anbelangt, aber sei es drum.

Sie wissen sicher auch was ich damit meine, wenn ich sage, dass man nach dem Aufwachen einen „besonderen“ Geschmack im Mund hat, den man ganz gerne wegputzen möchte. Diesen hygienischen Alltagsschritt vollziehen glücklicherweise die meisten Menschen – zumindest in meinem Bekanntenkreis – täglich. Danke dafür.

Spätestens seit der „morgens Aronal, abends Elmex“-Werbung, ist es gesellschaftlich angesehen, dass zweimal am Tag die Zähne geputzt werden. Zeitgleich, sind das die Zeiträume für Gesichtwaschen, Haarekämmen, Schminken, Abschminken, Rasieren und allerlei anderen Kram. Aber nicht nur unser optisches Erscheinungsbild unterliegt den Irrungen und Wirrungen von Tag und Nacht. Auch unser akustisches. Also unsere Stimme.
Während wir uns alle aber wahnsinnig bemühen, morgens adrett das Haus zu verlassen um geschniegelt in den Tag zu starten, so frisch und ausgeruht wie es uns möglich ist, dümpelt unser Sprechapparat in den tiefes des Halses und Mundes so vor sich hin und wird (was bei Morgenmuffeln und Singles noch viel stärker ins Gewicht tritt) oft erst ganz plötzlich und ohne Planung wachgerüttelt. Was dann da so komisch klingt, wird oft als „Frosch im Hals“ abgetan. Sind wir mal ehrlich, das ist nicht der Frosch, das ist die Nacht, die da fest sitzt!

Beginnen Sie doch den Morgen auch für Ihre Sprechwerkzeuge in einem angemessenen Rahmen. Sprechen Sie sich ein. Lassen Sie nach dem ersten Schluck Kaffee oder Tee ein wohlklingendes, sanftes:

Mmmmmmmmmm
und
MmmjommmmNommm

ertönen. Dadurch beginnen Ihre Stimmbänder ihre Arbeit. Sie fangen an zu schwingen. Zunächst müde und träge und dann immer reiner und periodischer. (Milch kann diesen Effekt erschweren, da sie zur Schleimbildung beiträgt…..also lieber nur wenig davon.)

Nach dem Zähneputzen und Gesichtwaschen, eignet sich ein kräftigeres:

BBBBBBbbbbbb
(damit meine ich das Pferdegeräuch, also die Lippen vibrieren lassen. Zunächst ohne Stimme, dann mit!)

Und zu guter Letzt schauen Sie sich Ihr Gesicht im Spiegel an. Betrachten Sie Ihren Mund. Strecken Sie die Zunge heraus und führen Sie die Zungenspitze zu einem der oberen, Schneidezähne und wieder zurück in den Mund. Anschließend zum nächsten Zahn und wieder zurück. Schauen Sie sich dabei zu und wiederholen Sie diese Prozedur, bis alle Zähne dran waren.

Zum Abschluss kneifen Sie ihre Lippen, zärtlich aber durchaus mit Druck, ihre Wangen ebenso. Klopfen Sie sich das Gesicht ab und Ihre Sprechwerkzeuge sind fertig für den Tag! Wenn Sie nun noch auf dem Weg zur Arbeit ein Liedchen summen, dann ist auch Ihre Stimme schon warm und bereit sich den Herausforderungen des Alltags zu stellen.

 

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